Zielort 5 – IDHEAP Lausanne – Vertiefungsstudium Finance and Economics

Das dritte Vertiefungsstudium in Lausanne, Finance and Economics, wird wiederum am IDHEAP angeboten. Obwohl ich eigentlich geplant hatte, das Interview mit Laura Kerstjens in Lausanne zu führen, trafen wir uns unerwartet an der Uni S an einem kalten Novembernachmittag. Zuerst bestellten wir uns eine heisse Tasse Tee, um uns aufzuwärmen.

Das Interview startete mit der üblichen Frage über die Gründe zur Wahl von Lausanne.

Da ich in Bern arbeite, wollte ich mein Vertiefungsstudium nicht zu weit weg von Bern absolvieren. Und Lausanne ist natürlich eine wunderschöne Stadt.

Natürlich interessierte ich mich auch dafür, weshalb Laura sich für Finance and Economics entschieden hat.

Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, diese Vertiefung zu wählen, da ich mich nun mal eher für öffentliches Recht interessiere. Jedoch wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Zudem sind die meisten Fächer auf Englisch zu absolvieren, was mir im Bereich Ökonomie zu Gute kam. Ich bin nun froh, dass ich diese Vertiefung gewählt habe, da sie mir nebst der rechtlichen und politischen auch eine vertiefte ökonomische Perspektive ermöglicht. Zudem werden so meine statistischen Kenntnisse, die ich schon lange nicht mehr gebraucht habe, etwas aufgefrischt. 🙂

Zahlreiche Informationen über die Stadt Lausanne gab es schon in den zwei vorherigen Interviews. Lauras Bericht über die Art und Weise des Studiums in Lausanne bestätigt die Aussagen ihrer Kolleginnen:

  • Der Master PMP in Lausanne hat ein Gebäude für sich selbst. Man hat viel Platz und studiert in einem angenehmen Umfeld. Es werden auch Kollisionen mit anderen Studiengängen vermieden;
  • Die Klassen sind nicht sehr gross, pro Vorlesung sind es jeweils nur ca. 20 Studenten.
  • Die Vorlesungstage sind jeweils sehr intensiv. Es gibt Blockvorlesungen, die ganze Vor- oder Nachmittage dauern;
  • Die Kurse sind sehr arbeitsintensiv;
  • Meistens sind die Vorlesungen sehr interaktiv. In der Vertiefung Finance and Economics werden sie auf Englisch angeboten (nur eine obligatorische Vorlesung ist auf Französisch).

Nach den allgemeinen Informationen, wollte ich noch mehr Details über die Vertiefung und die Semesterstruktur erfahren.

Ich pendle jeweils zwei Tage in der Woche (Montag und Mittwoch) nach Lausanne, einen halben Tag nach Fribourg und zwei Vorlesungen besuche ich in Bern (eine findet im Frühlingssemester statt). In Lausanne absolviert Laura die 18 obligatorischen ECTS, in Fribourg und Bern handelt es sich um Wahlkurse, die auf Englisch angeboten werden. Die ist wichtig, da man ja insgesamt 30 ECTS in einer anderen Landessprache absolvieren muss.

Viele Studierende interessieren sich für die Art der Leistungsnachwiese. Daher fragte ich Laura wie die Evaluierung der Kurse erfolgt. Sie erklärte mir, dass es drei Arten gebe:

  • Kombination aus Verfassen einer Arbeit und Präsentation;
  • Kombination aus Präsentation und Prüfung;
  • Nur die Prüfung (z.T. mündlich).

Nun kamen wir zur Pendlerthematik. Hier einige Bemerkungen meiner Interviewpartnerin:

Es (das Pendeln) ist anstrengend, aber ich freue mich immer: Wir sind eine gute Gruppe, wir haben viel Spass, und wir sprechen viel, vor allem am Abend. Und wenn in einer Vorlesung Unklarheiten bestehen, können wir dies wunderbar im Zug besprechen. Ich habe den Eindruck, es sei eine Art „Stammtisch“.

Ein Bild vom Zug aus

Ein Bild vom Zug aus

Fast zuletzt, die Empfehlungen für zukünftige Studierende:

  1. Wenn es das Ziel ist, die Französischkenntnisse aufzufrischen, profitiert man mehr, wenn man in Lausanne wohnt;
  2. Man muss nicht unbedingt eine WG oder ein Zimmer mieten. Ein Kollege von uns, Roger Siegenthaler, wohnt drei Nächte die Woche in einem Hotel, mit welchem er spezielle Konditionen ausgehandelt.
  3. Bei Applied Econometrics, wenn man keine statistischen Grundkenntnisse hat, sollte man unbedingt die Übungen machen und die Bücher als Vorbereitung für die Vorlesung lesen. Dann kommt es super.
  4. Die Vorlesung, die ich in Fribourg am Dienstagmorgen besuche (Tax Competition and Fiscal Federalism) ist sehr zu empfehlen, da die Materie eher anspruchsvoll ist, das Thema in der Vorlesung sehr spannend gestaltet wird, und es sich um aktuelle nationale Probleme handelt.

Am Ende der Interviews bat ich Laura, ihre Erfahrung in dieser Vertiefung in einem Satz zu beschrieben: Intensiv / herausfordernd bezüglich Pendeln / Möglichkeit, auch die ökonomische Seite der Verwaltungswissenschaften vertieft kennenzulernen.

Eindrückliche Abendstimmung im Bahnhof Lausanne

Eindrückliche Abendstimmung im Bahnhof Lausanne

Das Interview mit Laura war zu Ende und auch unsere Teetassen sind jetzt leer. Aufgewärmt und zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander.

Nächste Woche werde ich noch ein letztes Mal vom Campus in Lausanne berichten, mit Fokus auf die Vertiefung Droit publique. Als Interviewpartner wird mir Lorenz Red and Antwort stehen. A la prochaine!

 

 

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