Zielort 3 “IDHEAP Lausanne“ Vertiefungsstudium Gestion et Evaluation

Nach einer spannenden Zeit an der USI Lugano habe ich mich von der italienischen Schweiz in die Romandie verlagert. Heute berichte ich vom IDHEAP in Lausanne.

Im Vergleich zu meinen vorherigen Reisen, ist die Zeit im Zug von Bern nach Lausanne ziemlich kurz: Nur ein bisschen mehr als eine Stunde. Dafür muss man von Bahnhof in Lausanne noch zwanzig Minuten mit der Metro m2 fahren, um den Universitätscampus zu erreichen.

In Lausanne sind vier Fachgebiete angeboten:

  • Gestion et Evaluation (IDHEAP);
  • Analyse politique de la gouvernance publique (Uni Lausanne);
  • Public Finance and Economics (IDHEAP);
  • Droit public (Uni Lausanne).

Um euch einen Überblick über die Vertiefung Gestion et Evaluation und relevante Informationen über das IDHEAP zu geben, traf ich anfangs November 2013 Maria. Ihre Präzision und Sorgfalt haben sich auch während des Interviews gezeigt, wie ihr hier lesen könnt.

Das IDHEAP befindet sich auf dem Campus der Universität Lausanne, im Quartier Mouline

Das IDHEAP befindet sich auf dem Campus der Universität Lausanne, im Quartier Mouline

Maria erklärte mir, dass sie Lausanne und die Vertiefung Gestion et Evaluation gewählt hat, weil es die einzige Vertiefungsrichtung ist, die ihre Erwartungen erfüllen kann:

  • in Lausanne kann ich meine Französischkenntnisse verbessern;
  • in Lausanne bleibe ich immerhin in der Nähe von Bern und Zürich, wo mein Umfeld (Familie/Freunde) ist;
  • vor einigen Monaten wusste ich noch nicht genau ob und wo ich ein Praktikum beginnen will. Von Lausanne aus ist man immer noch schnell in Bern, Neuchâtel oder Genf;
  • Gestion et Evaluation ist eine Vertiefung, in welcher alle Vorlesungen auf Französisch sind;
  • Das Themengebiet ist zwar spannend, aber es hat viele Wiederholungen und Wiederaufnahmen von Themen, die wir im ersten Jahr in Bern hatten. Ebenfalls hätten mich andere Themenrichtungen mehr interessiert, zum Beispiel das Fachgebiet Management in Bern, jedoch hätte ich dabei meine Sprachkenntnisse nicht gleich intensiv vertiefen können. Somit war Lausanne mit der Vertiefung Gestion et Evaluation die effizienteste Lösung von allen Möglichkeiten (bezogen auf Punkte wie: Administration, Problematik mit Sprach-und Mobilitätpunkten, Kennenlernen einer neuen Stadt und Vertiefung des Französisch, etc.). Des Weiteren kann ich in Lausanne alle Vorlesungen in einem einzigen Semester absolvieren.

Als ich sie fragte, ob sie mir ein paar Eigenschaften vom IDHEAP beschreiben könnte, welche sich von der Uni Bern differenzieren lassen, konnte ich sie kaum mehr stoppen. In der folgenden Aufzählung zitiere ich einige Elementen, die meines Erachtens am relevantesten sind:

  • Alle Vorlesungen finden an einem Ort (IDHEAP) statt, es ist familiärer und es gibt einen lockeren Umgang miteinander;
  • Die Vorlesungen sind en bloc, d.h. man hat an ca. zwei-drei Tagen Vorlesungen und zwei Tage „frei“ pro Woche;
  • Am IDHEAP sind die Vorlesungen weniger als Frontalunterricht abgehalten. Man bevorzugt das Mitmachen und die Diskussionen. Weiter wird viel mehr Platz für die Anwendung der Theorie gelassen;
  • Die Klassen sind kleiner, d.h. man kann mehr profitieren;
  • Das Sportangebot der Uni ist sehr gut und die Sportanlagen sind alle am gleichen Ort. Falls man aber „la musculation“ machen will, muss man einen Einführungskurs mit sehr vielen anderen Studierenden besuchen und danach in der Villa du Sport eine Bestätigung holen (Wartezeit zum Teil ca. 1h).

Es ging weiter mit allgemeinen Fragen über:

– die Mensa:

Das Essen in den Mensen ist etwas teurerer als in Bern. Aber man kriegt dafür mehr: Salat und Dessert sind inklusiv beim Tagesmenü. Die Qualität des Essens hängt vom Ort ab. In der Mensa im Géopolis und in der „Banane“ isst man gut, im Anthropole und im Internef isst man weniger gut. Dafür hat das IDHEAP eine vollständig ausgerüstete Küche, welche auch von den Studierenden benutzt werden kann. Ein selbstgekochtes Essen kann bequem in einer der 4 Mikrowellen aufgewärmt werden.
Für alle Kaffeeliebhaber: das IDHEAP hat nur Automatenkaffee, aber 100m auf der anderen Strassenseite im Géopolis, hat es eine gute Kaffeebar.

– der Umgang mit den Kommilitonen und Kommilitoninnen aus Bern:

Sie sagte, dass der Umgang mit den wenigen MitstudentInnen die hier sind, sei sehr gut, weil man sich schon kennt, und etwas das gleiche Schicksal teilt.

Einige Studierenden zeigen ihre Froheit und Engagement für das IDHEAP

Einige Studierenden zeigen ihre Frohheit und Engagement für das IDHEAP

Sie ist die einzige ihres Jahres von Bern, die jetzt in Lausanne wohnt, also stellte ich ihr einige Fragen über ihre Unterkunft:

Sie erzählte mir, dass sie schon seit dem Frühling 2013 regelmässig die Facebook Seite „PMP Room Market“ (https://www.facebook.com/groups/274660235963797/) gecheckt hat. Im Mai kam eine Annonce von einer Studentin aus Lausanne, die die Vertiefung in Bern machen wollte. Sie suchte jemanden von Bern, die die Vertiefung in Lausanne absolvieren wollte, um das Zimmer zu tauschen. Maria hat auf diese Annonce geantwortet und das Zimmer bekommen (Es lohnt sich genug früh mit der Suche zu beginnen). Sie haben einen sechs monatigen Untervermietervertrag gemacht. Alles hat gut funktioniert, auch weil die zwei Zimmer, bzw. die Wohnungen, von den Bedingungen her sehr ähnlich sind.

– die Stadt:

  • der öffentliche Verkehr (Metro, Bus) hat oft Probleme;
  • man merkt den französischen Einfluss in der Kultur: Lausanne ist kulturmässig sehr vielfältig, es gibt viele Ausstellungen, Konzerte, Veranstaltungen und so weiter;
  • man merkt den Röstigraben; aber in einem positiven Sinn :);
  • es gibt landschaftsmässig alles: See (mit Strand!!), Stadt und Hügel/Berge. Ein Foto von der wunderschönen Natur habe ich von ihr erhalten, und es ist hier für die Freude eurer Augen.
Die Schönheit der Umgebung von Lausanne, aufgenommen während einem der vielen Spaziergänge von Maria

Die Schönheit der Umgebung von Lausanne, aufgenommen während einem der vielen Spaziergänge von Maria

Empfehlungen für zukünftige Studierende?

1. Sie sollen sich gut überlegen, ob sie in Lausanne wohnen wollen oder nicht. Wenn man wirklich die Sprache lernen will, soll man in Lausanne wohnen, am besten in einer WG mit einem/einer französischsprachigen/r MitbewohnerInnen. Man soll sich aber bewusst sein, dass der Freundeskreis nicht mehr so nahe ist.

2. Betreffend der Vertiefungsrichtung: Je mehr man rein gibt, desto mehr profitiert man. Es lohnt sich also schon, es sich gut zu überlegen, wo/was man machen will, auch in Bezug auf die Masterarbeit.

Ich verlasse meine Interviewpartnerin mit einem grossen Danke und mit der Bitte, mir einen Satz zukommen zu lassen, welcher ihre Erfahrung in Lausanne zusammenfassen kännte. Kurz danach bekomme ich ihre E-Mail mit dem folgenden Satz:

Die Überquerung des Röstigrabens ist weniger eine steile Eigernordwand, sondern eher vergleichbar mit der interessanten Hügellandschaft von Lavaux, die einen Blick über den Tellerrand hinaus erlaubt.

Einfach schön. Jeder Kommentar ist überflüssig.

Für weitere Informationen betreffend die Kurse lasse ich euch das folgende Link zukommen: http://www.swipan.ch/swipan.nsf/ca3d88bb1b23d630c12569a7004efd64/ea5ac3cde897c4aec12576ce005624ff?OpenDocument&lng=fr.

Bis nächste Woche: wo ich mir die Vertiefungsrichtung Analyse politique de la gouvernance publique anschauen werde!

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