Fliegender Reporter: Lausanne

Dieses Jahr haben wir beschlossen, die Idee des fliegenden Reporters wieder aufleben zu lassen und haben begonnen, Beiträge von Studienkolleginnen und Kollegen zu sammeln, die aus ihrem Vertiefungsstudium an einer Partneruni des Masters berichten. Als erstes hier der Beitrag von Steffi, die in Lausanne die Vertiefung „Gestion et évaluation publiques“ gewählt hat.

„Was? Nur 3 Leute aus Bern, letztes Jahr waren Sie aber mehr“. So klingt die Begrüssung am ersten Tag. In den weiteren Kursen sind wir noch zu zweit und es klingt genau gleich. „aber Sie waren auch schon einmal mehr Vertreter aus Bern“. Der Vorteil, dass wir nicht so viele aus Bern sind, ist der, dass wir uns auch wirklich unter die lieben Romands mischen „müssen“. Glücklicherweise beissen sie nicht. Im Gegenteil, ich fühle mich wirklich sehr willkommen. Von allen Seiten werden uns Notizen angeboten, weil es doch noch ziemlich schwierig ist, Notizen auf Französisch zu schreiben. Glücklicherweise bestehen viele Leistungsnachweise aus Arbeiten und weniger aus Prüfungen.

Mit der Sprache geht es von Woche zu Woche besser. Das Wichtigste ist einfach, dass man mit den Leuten spricht. Und die meisten sind sehr verständnisvoll, da ihr Deutsch normalerweise auch nicht besser ist als unser Französisch.

Die Vertiefung und die Kurse sind nicht übermässig toll. Persönlich habe ich die Vertiefung nur wegen der Sprache gewählt. Entgegen allen Gerüchten ist es aber nicht genau das Gleiche wie das Grundstudium in Bern. Klar hatten wir schon Personalpolitik und auch Politikevaluation ist uns ein Begriff, aber die Inhalte sind andere. Die Schwerpunkte werden anders gesetzt. Und da in diesen beiden Fächern Arbeiten geschrieben werden müssen, ist es auch ein anderer Zugang zum Fach.

Man lernt und profitiert viel, wenn man eine gewisse Zeit im „Welschland“ verbringt. Die Kultur hier unterscheidet sich doch von derjenigen in der Deutschschweiz, auch wenn wir glücklicherweise keinen Kulturschock hatten. Schweiz bleibt Schweiz und das hilft uns doch ziemlich gut uns zurecht zu finden. 🙂

Weihnachtsessen 2016

Vor gut einer Woche, am Mittwoch 30. November, fand das von der Fachschaft organisierte Weihnachtsessen für die PMP Studierenden statt. Über 30 Studierende aus dem 1. und 2. Jahr trafen sich im Restaurant Du Nord zu einem gemütlichen Zusammensein mit leckerem Essen! Definitiv ein gelungener Abend, an dem auch ein erstes Foto des Fachschaftsvorstandes entstand (leider konnten nicht ganz alle dabei sein).
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Foto der Fachschaft: Unten (v.l.): Stephanie Vögeli, Miriam Züger, Leandra Hildbrand. Mitte (v.l.): Ambroise Ecoffey, Julia Lötscher, Dominique Strebel, Mariia Plitusiak. Oben (v.l.): Adeline Demaurex, Sereina Richner. Es fehlen: Tamara Kabir, Simone Franzelli, Seraina Sartor, Angelina Kipfer, Ekrem Gündüz.

Gotti-Götti-System

Liebe PMP’ler aus dem ersten Jahr,

Schon ist über ein Monat seit dem Semestersanfang vergangen! Wir hoffen, dass ihr einen guten Start hattet!

Um euch den Start noch weiter zu erleichtern, wurde in der ersten Sitzung der Fachschaft diskutiert, ein Gotti/Götti-System einzuführen. Das System soll Studierende, die ihr Studium in Bern anfangen, mit Studierenden aus dem zweiten Jahr zusammenzubringen. Dabei können vielleicht Fragen und Unklarheiten geklärt werden und die älteren Studenten können euch mit Ratschlägen und Tipps zur Seite stehen. Es wäre auch die Gelegenheit, um Bücher zu tauschen oder Empfehlungen über die besten Bars in Bern zu erhalten.

Interessiert? Meldet euch bei Adeline Demaurex, Verantwortliche für Gotti-Götti-System der Fachschaft PMP (adeline.demaurex@students.unibe.ch), und ihr kriegt den Namen und die E-Mail Adresse eures Göttis/Gottis bald per Mail zugestellt!

Liebe Grüsse und allen noch eine gute Woche,
der Fachschafts-Vorstand

GV der Fachschaft & PMP-Homecoming Event

Liebe Erstjahres PMP-Studierenden, liebe Mobilitätsstudierende, liebe PMP-Veteranen

Im Namen der Fachschaft heissen wir euch (wieder einmal) herzlich willkommen im schönen Bern!
Wir als Fachschaftsvorstand sind die Vertretung der Studierenden gegenüber der Studienleitung und weiteren externen Partnern und organisieren in unregelmässigen Abständen unter dem Jahr Anlässe für euch. Der erste dieser Anlässe findet auch gleich zu Beginn des Semesters statt. Gerne laden wir euch nächsten Dienstag zum PMP-Homecoming Event ein, an dem ihr euch bei einem Apero untereinander etwas besser kennenlernen und auch die Studierenden im Vertiefungsstudium mit Fragen löchern könnt.

Wann:            4. Okt. um 18h00
Wo:                UniEss (UniS Mensa)
Wieso:           Apero:), Networking

Vorgängig findet noch die Generalversammlung des PMP-Fachschaftsvorstandes statt. Wir würden uns freuen wenn insbesondere auch Studierende aus dem ersten Jahr kommen würden, um die Fachschaft kennen zu lernen und um zu schauen, wer möglicherweise Interesse daran hat, eine aktivere Rolle zu übernehmen. Man kann natürlich auch ganz passiv einfach mal reinsitzen.

Wann:            4. Okt. um 17h15
Wo:               Sitzungszimmer C004 (UniS, neben dem KPM Sekretariat)

Weiterhin einen guten Start ins neue Studium oder Studienjahr und wenn ihr Fragen bezüglich den Anlässen oder auch sonst bezüglich des Studiums habt, meldet euch doch einfach bei uns

Beste Grüsse
Andreas (Präsidium Fachschaft, andreas.scharnowski@students.unibe.ch)
Stephanie (Vize-Präsidium Fachschaft, stephanie.vögeli@students.unibe.ch)

Website wird wieder in Betrieb genommen

Die Website genoss während rund zwei Jahren einen Dornröschenschlaf.

Dieser Schlaf wir jetzt aufgerüttelt und wir aktualisieren die Homepage der Fachschaft PMP, so dass ihr wieder hier alle wichtigen Infos finden könnt rund um das Studium und die Fachschaft. Bis alles aktualisiert ist, wird es eine Weile gehen, wir bitten daher für Geduld. Auf jeden Fall findet ihr ab sofort den aktuellen Fachschaftsvorstand hier, inkl. Kontaktmöglichkeiten.

Denjenigen unter euch die am Studium sind, wünschen wir noch viel Erfolg bei den Prüfungen und/oder dem Schreiben der Masterarbeit.

Unterfangen MASTERARBEIT

Das Semester des fliegenden Reporters ist vorbei und die ausgeschwärmten PMP-ler sind grösstenteils wieder zurück in der Deutschschweiz.

Letztes Semester haben wir euch aufgezeigt, welche Vertiefungen an welchen Partneruniversitäten möglich sind und hoffen, einen spannenden Überblick gegeben zu haben.

Es bleibt die Frage, was all die Studenten des zweiten Jahres PMPs denn dieses Semester so treiben. Nun ja, da wäre ja noch die Masterarbeit. Ein Thema, das natürlich interessiert und vielleicht einigen noch (oder schon) etwas Magenschmerzen bereitet. Der folgende kurze Bericht soll helfen, etwas Licht auch in dieses Dunkel zu bringen.

masterarbeitErstmals gilt es zu entscheiden, an welcher Uni, die Masterarbeit geschrieben wird. Diese kann nämlich an der Universität des ersten Jahres, in unserem Falle Bern, wie aber auch an der Universität des Vertiefungsstudiums geschrieben werden. Rein vom Interessen her dürfte es sein, dass Professoren aus dem Vertiefungsstudium eher in Frage kommen.

Zu beachten ist zudem, dass jeweils das Reglement der Universität gilt, an der die Masterarbeit geschrieben wird, unabhängig davon, wo man immatrikuliert ist. Dies ist nicht irrelevant, so gelten zwischen Bern und Lugano beispielsweise unterschiedliche Anforderungen bezüglich des Umfangs und Abgabefristen.

Betreuender Professor muss nicht zwingend ein Hauptprofessor aus dem Studiengang PMP sein, je nach gewähltem Thema macht es durchaus Sinn, jemanden aus einem anderen Fachgebiet als Betreuer zu wählen.

Bezüglich der Themenwahl ist man sehr frei. Natürlich eigenen sich Themen die öffentliche Verwaltung betreffend. Aber auch Untersuchungen am Schnittpunkt Bund/Wirtschaft bieten spannende Forschungsfragen.

Auch die Sprache kann selbst gewählt werden, wer also noch Fremdsprachenpunkte braucht, wie wäre es mit einer Masterarbeit auf Französisch? Klingt vielleicht etwas ambitiös, aber besonders für diejenigen, die über ein Thema schreiben, dass auch international interessiert, lohnt sich eventuell die Überlegung, die Arbeit auf Englisch zu verfassen. Denn es gilt nicht zu vergessen: die Masterarbeit dient uns Studenten sozusagen als Visitenkarte auch für spätere Tätigkeiten.

Und nicht zuletzt gibt es natürlich noch die Möglichkeit, die Masterarbeit im Rahmen eines Praktikums zu verfassen. Dauern sollte dieses mindestens 12 Wochen bei einem Beschäftigungsgrad von 100% und es sollte an einem Ort der öffentlichen Verwaltung erfolgen. Aber auch Praktika bei NGOs oder verwaltungsnahen Organisationen werden in der Regel akzeptiert. Im Zweifelsfall einfach kurz beim Sekretariat nachfragen. Im Falle eines Praktikums verringert sich der Umfang der Masterarbeit. Genaue Bedingungen werden direkt mit dem betreuenden Professor ausgehandelt.

Alles schön und gut, die Theorie haben wir verstanden. Wie geht man denn aber konkret vor bei Themen- bzw. Professorenauswahl und wann sollte man sich idealerweise damit zu beschäftigen beginnen? Wie bereits erwähnt, bezüglich Themenwahl ist man sehr frei. Insofern ist es schwierig, hierzu Tipps zu geben. Lasst euch von spannenden Vorlesungen inspirieren oder durchstöbert die Zeitungen, wenn ihr aktuelle Entwicklungen analysieren möchtet. Sinnvoll ist es, sich schon im Herbstsemester Gedanken zu Thema und Professor zu machen und den Professor/die Professorin bereits vor Weihnachten zu kontaktieren. Je nach Professor und Uni hat er/sie ein beschränktes Kontingent und betreut nur eine gewisse Anzahl von Studenten. Je früher man dran ist, desto grösser die Chance, beim Wunschprofessor schreiben zu können. Die erste Kontaktaufnahme ist grundsätzlich noch ganz informell und unverbindlich, stellt aber eine erste wichtige Hürde dar. Ganz nach dem Motto „Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt“.

Für detailliertere Informationen und entsprechende Dokumente empfehlen wir euch diesen Link.

Allerseits frohes Ideensammeln und gutes Schreiben!

Zielort 6 – Uni Lausanne und Uni Bern – Vertiefungsstudium Droit publique

Heute stelle ich euch noch die letzte Vertiefung vor, die man an der Universität Lausanne absolvieren kann: Droit publique.

Im Herbstsemester 2013 hat aber niemand unter den Studenten von Bern diese Vertiefung gewählt. Um aber trotzdem einen Einblick in diese Vertiefung zu erhalten, habe ich mit Lorenz Böhler gesprochen. Er absolviert seine Vertiefung im öffentlichen Recht an der Uni Bern, macht jedoch die 12 Mobilitätspunkte an der Uni Lausanne. Lorenz ist übrigens auch Präsident unserer Fachschaft.

Meine erste Frage an Lorenz war, weshalb er sich dafür entschieden hat, auch die Vertiefung in Bern zu absolvieren, und nicht wie eigentlich normal, die Vertiefung an einer anderen Uni zu machen.

a.) Es gibt obligatorische Vorlesungen in Lausanne, die im Frühjahrsemester stattfinden. Das war nicht optimal für mich, da ich mich im Frühjahrsemester auf meine Masterarbeit konzentrieren möchte.

b.) In Bern gibt es keine vorgeschriebenen Kurse. Man hat grosse Freiheit. In Lausanne hingegen sind alle 18 obligatorischen ECTS vorgegeben.

c.) Lugano kam nicht in Frage, da an der USI kein öffentliches Recht angeboten wird. Das Fach hat eine wesentliche Rolle gespielt.

d.) Ausserdem kam noch hinzu, dass ich in Aarau arbeite und dadurch Lausanne einfach praktischer ist.

Könntest du mir einen Überblick deiner Fächer des Vertiefungsstudiums geben? Wie viele ECTS machst du wo?

  • 12 Mobilitäts-ECTS mache ich in Lausanne (Kurse aus der Vertiefung Droit publique);
  • 15 ECTS in Bern (Kurse aus der Vertiefung Öffentliches Recht);
  • 5 ECTS an der Uni Fribourg, ermöglicht durch das BENEFRI Programm.

In Lausanne wäre es möglich, auch mehrere ECTS machen. Lorenz hat aber damit die Anforderungen an die Fremdsprachen Kredits erfüllt.

In Bern sind die obligatorischen Vorlesungen (Politische Steuerung und ein Seminar entweder über Motivation und Verhalten im öffentlichen Sektor oder Public Corporate Governance) nur für die Studierenden, die das gesamte Vertiefungsstudium in Bern absolvieren.

Wenn man den Wochenplan von Lorenz betrachtet, wird einem schnell klar, dass viel Organisationaufwand dahinter steckt. Ich fragte ihn, wie er diese etwas kompliziertere Organisation empfunden hatte und was die Herausforderung dabei war:

  • Die Koordination von Vorlesungen an insgesamt drei Universitäten;
  • Die Koordination zwischen Universität und Arbeit;
  • Die Anforderungen der verschiedene Unis zu erfüllen.

Um trotz seines Grundstudiums, das er auch schon in Bern gemacht hatte, in Bern die Vertiefung machen zu können, musste er folgende Anforderungen erfüllen:

1. 12 Mobilität ECTS;

2. 30 ECTS, die nicht der Sprache des erstes Jahres (Deutsch) entspricht;

3. 20 dieser 30 ECTS müssen in einer zweiten Landesprache sein (in seinem Fall in Französisch).

Konkret macht er 32 ECTS: 22 auf Französisch (12 in Lausanne, 10 in Fribourg und Bern) und 10 auf Englisch (in Bern).

Du besuchst ja drei Vorlesungen in Lausanne. Hast du ein paar Bemerkungen über das dortige System?

Die Vorlesung sind mit Masterstudierenden der Uni Lausanne. In der Klasse befinden sich zwischen 20 und 30 Leute.

  • Zwei Vorlesungen von drei sind nicht so gut dokumentiert, d.h. es gibt keine Folien. Die Informationen werden mündlich gegeben. Die persönlichen Notizen sind daher sehr wichtig, so ist mir dann auch aufgefallen, dass die Studierenden wirklich alles aufschreiben, eine Art von Protokoll der Vorlesungen.
  • Es ist gewohnheitsbedürftig.
  • Die Lage der Uni ist sehr schön. Die Vorlesung finden in der Internef statt. In der Banane gibt es eine schöne Bibliothek.
  • Der Weg vom Bahnhof an die Uni ist aber mühsam.
Lorenz (links) und ich auf der Terrasse der Banane

Lorenz (links) und ich auf der Terrasse der Banane

Auch mein heutiger Interviewpartner äussert sich über das Pendeln:

Unter der Woche bin ich ständig unterwegs: Ich wohne in Bern, arbeite in Aarau und für die Uni fahre nach Lausanne und Fribourg. Das daraus resultierende Pendeln ist natürlich sehr zeitaufwändig. Ich finde es aber eine super Erfahrung, eine weitere Uni zu besuchen und eine etwas andere Mentalität kennenzulernen.

Gegen Ende des Interviews fragte ich Lorenz nach seinen Empfehlungen für zukünftige Studierende:

  • Die Vertiefung soll aufgrund fachlicher Interessen und nicht nach geographischen Auswahlkriterien erfolgen;
  • Die Jus Vertiefung in Bern ermöglicht die meiste Freiheit. Die Auswahl der Kurse ist gross, besonders wenn man bedenkt, dass man mit Kursen in Lausanne, und dank BENEFRI auch mit Kursen in Fribourg kombinieren kann. Das Profil heisst Droit publique, aber es gibt so viele Möglichkeiten, dass man im Prinzip seine individuelle Spezialisierung schaffen kann.

Zum Schluss noch die altbekannte Frage nach einem Satz, der Lorenz’s Erfahrung des Vertiefungsstudiums zusammenfasst:

Die Spezialisierung im öffentlichen Recht ermöglicht es mir, Vorlesungen in meinem bevorzugten Rechtsgebiet zu besuchen und gleichzeitig eine zweite Landesprache zu vertiefen.

Mit diesem Interview schliesse ich die Serie der Interviews über die Spezialisierungen an unseren zwei Partneruniversitäten Lausanne und Lugano. Nach der Ferien werde ich aus Bern berichten und euch die Möglichkeiten vorstellen, die sich an unserer „Heimatuniversität“ bieten.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Zielort 5 – IDHEAP Lausanne – Vertiefungsstudium Finance and Economics

Das dritte Vertiefungsstudium in Lausanne, Finance and Economics, wird wiederum am IDHEAP angeboten. Obwohl ich eigentlich geplant hatte, das Interview mit Laura Kerstjens in Lausanne zu führen, trafen wir uns unerwartet an der Uni S an einem kalten Novembernachmittag. Zuerst bestellten wir uns eine heisse Tasse Tee, um uns aufzuwärmen.

Das Interview startete mit der üblichen Frage über die Gründe zur Wahl von Lausanne.

Da ich in Bern arbeite, wollte ich mein Vertiefungsstudium nicht zu weit weg von Bern absolvieren. Und Lausanne ist natürlich eine wunderschöne Stadt.

Natürlich interessierte ich mich auch dafür, weshalb Laura sich für Finance and Economics entschieden hat.

Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, diese Vertiefung zu wählen, da ich mich nun mal eher für öffentliches Recht interessiere. Jedoch wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Zudem sind die meisten Fächer auf Englisch zu absolvieren, was mir im Bereich Ökonomie zu Gute kam. Ich bin nun froh, dass ich diese Vertiefung gewählt habe, da sie mir nebst der rechtlichen und politischen auch eine vertiefte ökonomische Perspektive ermöglicht. Zudem werden so meine statistischen Kenntnisse, die ich schon lange nicht mehr gebraucht habe, etwas aufgefrischt. 🙂

Zahlreiche Informationen über die Stadt Lausanne gab es schon in den zwei vorherigen Interviews. Lauras Bericht über die Art und Weise des Studiums in Lausanne bestätigt die Aussagen ihrer Kolleginnen:

  • Der Master PMP in Lausanne hat ein Gebäude für sich selbst. Man hat viel Platz und studiert in einem angenehmen Umfeld. Es werden auch Kollisionen mit anderen Studiengängen vermieden;
  • Die Klassen sind nicht sehr gross, pro Vorlesung sind es jeweils nur ca. 20 Studenten.
  • Die Vorlesungstage sind jeweils sehr intensiv. Es gibt Blockvorlesungen, die ganze Vor- oder Nachmittage dauern;
  • Die Kurse sind sehr arbeitsintensiv;
  • Meistens sind die Vorlesungen sehr interaktiv. In der Vertiefung Finance and Economics werden sie auf Englisch angeboten (nur eine obligatorische Vorlesung ist auf Französisch).

Nach den allgemeinen Informationen, wollte ich noch mehr Details über die Vertiefung und die Semesterstruktur erfahren.

Ich pendle jeweils zwei Tage in der Woche (Montag und Mittwoch) nach Lausanne, einen halben Tag nach Fribourg und zwei Vorlesungen besuche ich in Bern (eine findet im Frühlingssemester statt). In Lausanne absolviert Laura die 18 obligatorischen ECTS, in Fribourg und Bern handelt es sich um Wahlkurse, die auf Englisch angeboten werden. Die ist wichtig, da man ja insgesamt 30 ECTS in einer anderen Landessprache absolvieren muss.

Viele Studierende interessieren sich für die Art der Leistungsnachwiese. Daher fragte ich Laura wie die Evaluierung der Kurse erfolgt. Sie erklärte mir, dass es drei Arten gebe:

  • Kombination aus Verfassen einer Arbeit und Präsentation;
  • Kombination aus Präsentation und Prüfung;
  • Nur die Prüfung (z.T. mündlich).

Nun kamen wir zur Pendlerthematik. Hier einige Bemerkungen meiner Interviewpartnerin:

Es (das Pendeln) ist anstrengend, aber ich freue mich immer: Wir sind eine gute Gruppe, wir haben viel Spass, und wir sprechen viel, vor allem am Abend. Und wenn in einer Vorlesung Unklarheiten bestehen, können wir dies wunderbar im Zug besprechen. Ich habe den Eindruck, es sei eine Art „Stammtisch“.

Ein Bild vom Zug aus

Ein Bild vom Zug aus

Fast zuletzt, die Empfehlungen für zukünftige Studierende:

  1. Wenn es das Ziel ist, die Französischkenntnisse aufzufrischen, profitiert man mehr, wenn man in Lausanne wohnt;
  2. Man muss nicht unbedingt eine WG oder ein Zimmer mieten. Ein Kollege von uns, Roger Siegenthaler, wohnt drei Nächte die Woche in einem Hotel, mit welchem er spezielle Konditionen ausgehandelt.
  3. Bei Applied Econometrics, wenn man keine statistischen Grundkenntnisse hat, sollte man unbedingt die Übungen machen und die Bücher als Vorbereitung für die Vorlesung lesen. Dann kommt es super.
  4. Die Vorlesung, die ich in Fribourg am Dienstagmorgen besuche (Tax Competition and Fiscal Federalism) ist sehr zu empfehlen, da die Materie eher anspruchsvoll ist, das Thema in der Vorlesung sehr spannend gestaltet wird, und es sich um aktuelle nationale Probleme handelt.

Am Ende der Interviews bat ich Laura, ihre Erfahrung in dieser Vertiefung in einem Satz zu beschrieben: Intensiv / herausfordernd bezüglich Pendeln / Möglichkeit, auch die ökonomische Seite der Verwaltungswissenschaften vertieft kennenzulernen.

Eindrückliche Abendstimmung im Bahnhof Lausanne

Eindrückliche Abendstimmung im Bahnhof Lausanne

Das Interview mit Laura war zu Ende und auch unsere Teetassen sind jetzt leer. Aufgewärmt und zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander.

Nächste Woche werde ich noch ein letztes Mal vom Campus in Lausanne berichten, mit Fokus auf die Vertiefung Droit publique. Als Interviewpartner wird mir Lorenz Red and Antwort stehen. A la prochaine!