Fliegender Reporter: Lausanne

Dieses Jahr haben wir beschlossen, die Idee des fliegenden Reporters wieder aufleben zu lassen und haben begonnen, Beiträge von Studienkolleginnen und Kollegen zu sammeln, die aus ihrem Vertiefungsstudium an einer Partneruni des Masters berichten. Als erstes hier der Beitrag von Steffi, die in Lausanne die Vertiefung „Gestion et évaluation publiques“ gewählt hat.

„Was? Nur 3 Leute aus Bern, letztes Jahr waren Sie aber mehr“. So klingt die Begrüssung am ersten Tag. In den weiteren Kursen sind wir noch zu zweit und es klingt genau gleich. „aber Sie waren auch schon einmal mehr Vertreter aus Bern“. Der Vorteil, dass wir nicht so viele aus Bern sind, ist der, dass wir uns auch wirklich unter die lieben Romands mischen „müssen“. Glücklicherweise beissen sie nicht. Im Gegenteil, ich fühle mich wirklich sehr willkommen. Von allen Seiten werden uns Notizen angeboten, weil es doch noch ziemlich schwierig ist, Notizen auf Französisch zu schreiben. Glücklicherweise bestehen viele Leistungsnachweise aus Arbeiten und weniger aus Prüfungen.

Mit der Sprache geht es von Woche zu Woche besser. Das Wichtigste ist einfach, dass man mit den Leuten spricht. Und die meisten sind sehr verständnisvoll, da ihr Deutsch normalerweise auch nicht besser ist als unser Französisch.

Die Vertiefung und die Kurse sind nicht übermässig toll. Persönlich habe ich die Vertiefung nur wegen der Sprache gewählt. Entgegen allen Gerüchten ist es aber nicht genau das Gleiche wie das Grundstudium in Bern. Klar hatten wir schon Personalpolitik und auch Politikevaluation ist uns ein Begriff, aber die Inhalte sind andere. Die Schwerpunkte werden anders gesetzt. Und da in diesen beiden Fächern Arbeiten geschrieben werden müssen, ist es auch ein anderer Zugang zum Fach.

Man lernt und profitiert viel, wenn man eine gewisse Zeit im „Welschland“ verbringt. Die Kultur hier unterscheidet sich doch von derjenigen in der Deutschschweiz, auch wenn wir glücklicherweise keinen Kulturschock hatten. Schweiz bleibt Schweiz und das hilft uns doch ziemlich gut uns zurecht zu finden. 🙂

Unterfangen MASTERARBEIT

Das Semester des fliegenden Reporters ist vorbei und die ausgeschwärmten PMP-ler sind grösstenteils wieder zurück in der Deutschschweiz.

Letztes Semester haben wir euch aufgezeigt, welche Vertiefungen an welchen Partneruniversitäten möglich sind und hoffen, einen spannenden Überblick gegeben zu haben.

Es bleibt die Frage, was all die Studenten des zweiten Jahres PMPs denn dieses Semester so treiben. Nun ja, da wäre ja noch die Masterarbeit. Ein Thema, das natürlich interessiert und vielleicht einigen noch (oder schon) etwas Magenschmerzen bereitet. Der folgende kurze Bericht soll helfen, etwas Licht auch in dieses Dunkel zu bringen.

masterarbeitErstmals gilt es zu entscheiden, an welcher Uni, die Masterarbeit geschrieben wird. Diese kann nämlich an der Universität des ersten Jahres, in unserem Falle Bern, wie aber auch an der Universität des Vertiefungsstudiums geschrieben werden. Rein vom Interessen her dürfte es sein, dass Professoren aus dem Vertiefungsstudium eher in Frage kommen.

Zu beachten ist zudem, dass jeweils das Reglement der Universität gilt, an der die Masterarbeit geschrieben wird, unabhängig davon, wo man immatrikuliert ist. Dies ist nicht irrelevant, so gelten zwischen Bern und Lugano beispielsweise unterschiedliche Anforderungen bezüglich des Umfangs und Abgabefristen.

Betreuender Professor muss nicht zwingend ein Hauptprofessor aus dem Studiengang PMP sein, je nach gewähltem Thema macht es durchaus Sinn, jemanden aus einem anderen Fachgebiet als Betreuer zu wählen.

Bezüglich der Themenwahl ist man sehr frei. Natürlich eigenen sich Themen die öffentliche Verwaltung betreffend. Aber auch Untersuchungen am Schnittpunkt Bund/Wirtschaft bieten spannende Forschungsfragen.

Auch die Sprache kann selbst gewählt werden, wer also noch Fremdsprachenpunkte braucht, wie wäre es mit einer Masterarbeit auf Französisch? Klingt vielleicht etwas ambitiös, aber besonders für diejenigen, die über ein Thema schreiben, dass auch international interessiert, lohnt sich eventuell die Überlegung, die Arbeit auf Englisch zu verfassen. Denn es gilt nicht zu vergessen: die Masterarbeit dient uns Studenten sozusagen als Visitenkarte auch für spätere Tätigkeiten.

Und nicht zuletzt gibt es natürlich noch die Möglichkeit, die Masterarbeit im Rahmen eines Praktikums zu verfassen. Dauern sollte dieses mindestens 12 Wochen bei einem Beschäftigungsgrad von 100% und es sollte an einem Ort der öffentlichen Verwaltung erfolgen. Aber auch Praktika bei NGOs oder verwaltungsnahen Organisationen werden in der Regel akzeptiert. Im Zweifelsfall einfach kurz beim Sekretariat nachfragen. Im Falle eines Praktikums verringert sich der Umfang der Masterarbeit. Genaue Bedingungen werden direkt mit dem betreuenden Professor ausgehandelt.

Alles schön und gut, die Theorie haben wir verstanden. Wie geht man denn aber konkret vor bei Themen- bzw. Professorenauswahl und wann sollte man sich idealerweise damit zu beschäftigen beginnen? Wie bereits erwähnt, bezüglich Themenwahl ist man sehr frei. Insofern ist es schwierig, hierzu Tipps zu geben. Lasst euch von spannenden Vorlesungen inspirieren oder durchstöbert die Zeitungen, wenn ihr aktuelle Entwicklungen analysieren möchtet. Sinnvoll ist es, sich schon im Herbstsemester Gedanken zu Thema und Professor zu machen und den Professor/die Professorin bereits vor Weihnachten zu kontaktieren. Je nach Professor und Uni hat er/sie ein beschränktes Kontingent und betreut nur eine gewisse Anzahl von Studenten. Je früher man dran ist, desto grösser die Chance, beim Wunschprofessor schreiben zu können. Die erste Kontaktaufnahme ist grundsätzlich noch ganz informell und unverbindlich, stellt aber eine erste wichtige Hürde dar. Ganz nach dem Motto „Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt“.

Für detailliertere Informationen und entsprechende Dokumente empfehlen wir euch diesen Link.

Allerseits frohes Ideensammeln und gutes Schreiben!

Zielort 6 – Uni Lausanne und Uni Bern – Vertiefungsstudium Droit publique

Heute stelle ich euch noch die letzte Vertiefung vor, die man an der Universität Lausanne absolvieren kann: Droit publique.

Im Herbstsemester 2013 hat aber niemand unter den Studenten von Bern diese Vertiefung gewählt. Um aber trotzdem einen Einblick in diese Vertiefung zu erhalten, habe ich mit Lorenz Böhler gesprochen. Er absolviert seine Vertiefung im öffentlichen Recht an der Uni Bern, macht jedoch die 12 Mobilitätspunkte an der Uni Lausanne. Lorenz ist übrigens auch Präsident unserer Fachschaft.

Meine erste Frage an Lorenz war, weshalb er sich dafür entschieden hat, auch die Vertiefung in Bern zu absolvieren, und nicht wie eigentlich normal, die Vertiefung an einer anderen Uni zu machen.

a.) Es gibt obligatorische Vorlesungen in Lausanne, die im Frühjahrsemester stattfinden. Das war nicht optimal für mich, da ich mich im Frühjahrsemester auf meine Masterarbeit konzentrieren möchte.

b.) In Bern gibt es keine vorgeschriebenen Kurse. Man hat grosse Freiheit. In Lausanne hingegen sind alle 18 obligatorischen ECTS vorgegeben.

c.) Lugano kam nicht in Frage, da an der USI kein öffentliches Recht angeboten wird. Das Fach hat eine wesentliche Rolle gespielt.

d.) Ausserdem kam noch hinzu, dass ich in Aarau arbeite und dadurch Lausanne einfach praktischer ist.

Könntest du mir einen Überblick deiner Fächer des Vertiefungsstudiums geben? Wie viele ECTS machst du wo?

  • 12 Mobilitäts-ECTS mache ich in Lausanne (Kurse aus der Vertiefung Droit publique);
  • 15 ECTS in Bern (Kurse aus der Vertiefung Öffentliches Recht);
  • 5 ECTS an der Uni Fribourg, ermöglicht durch das BENEFRI Programm.

In Lausanne wäre es möglich, auch mehrere ECTS machen. Lorenz hat aber damit die Anforderungen an die Fremdsprachen Kredits erfüllt.

In Bern sind die obligatorischen Vorlesungen (Politische Steuerung und ein Seminar entweder über Motivation und Verhalten im öffentlichen Sektor oder Public Corporate Governance) nur für die Studierenden, die das gesamte Vertiefungsstudium in Bern absolvieren.

Wenn man den Wochenplan von Lorenz betrachtet, wird einem schnell klar, dass viel Organisationaufwand dahinter steckt. Ich fragte ihn, wie er diese etwas kompliziertere Organisation empfunden hatte und was die Herausforderung dabei war:

  • Die Koordination von Vorlesungen an insgesamt drei Universitäten;
  • Die Koordination zwischen Universität und Arbeit;
  • Die Anforderungen der verschiedene Unis zu erfüllen.

Um trotz seines Grundstudiums, das er auch schon in Bern gemacht hatte, in Bern die Vertiefung machen zu können, musste er folgende Anforderungen erfüllen:

1. 12 Mobilität ECTS;

2. 30 ECTS, die nicht der Sprache des erstes Jahres (Deutsch) entspricht;

3. 20 dieser 30 ECTS müssen in einer zweiten Landesprache sein (in seinem Fall in Französisch).

Konkret macht er 32 ECTS: 22 auf Französisch (12 in Lausanne, 10 in Fribourg und Bern) und 10 auf Englisch (in Bern).

Du besuchst ja drei Vorlesungen in Lausanne. Hast du ein paar Bemerkungen über das dortige System?

Die Vorlesung sind mit Masterstudierenden der Uni Lausanne. In der Klasse befinden sich zwischen 20 und 30 Leute.

  • Zwei Vorlesungen von drei sind nicht so gut dokumentiert, d.h. es gibt keine Folien. Die Informationen werden mündlich gegeben. Die persönlichen Notizen sind daher sehr wichtig, so ist mir dann auch aufgefallen, dass die Studierenden wirklich alles aufschreiben, eine Art von Protokoll der Vorlesungen.
  • Es ist gewohnheitsbedürftig.
  • Die Lage der Uni ist sehr schön. Die Vorlesung finden in der Internef statt. In der Banane gibt es eine schöne Bibliothek.
  • Der Weg vom Bahnhof an die Uni ist aber mühsam.
Lorenz (links) und ich auf der Terrasse der Banane

Lorenz (links) und ich auf der Terrasse der Banane

Auch mein heutiger Interviewpartner äussert sich über das Pendeln:

Unter der Woche bin ich ständig unterwegs: Ich wohne in Bern, arbeite in Aarau und für die Uni fahre nach Lausanne und Fribourg. Das daraus resultierende Pendeln ist natürlich sehr zeitaufwändig. Ich finde es aber eine super Erfahrung, eine weitere Uni zu besuchen und eine etwas andere Mentalität kennenzulernen.

Gegen Ende des Interviews fragte ich Lorenz nach seinen Empfehlungen für zukünftige Studierende:

  • Die Vertiefung soll aufgrund fachlicher Interessen und nicht nach geographischen Auswahlkriterien erfolgen;
  • Die Jus Vertiefung in Bern ermöglicht die meiste Freiheit. Die Auswahl der Kurse ist gross, besonders wenn man bedenkt, dass man mit Kursen in Lausanne, und dank BENEFRI auch mit Kursen in Fribourg kombinieren kann. Das Profil heisst Droit publique, aber es gibt so viele Möglichkeiten, dass man im Prinzip seine individuelle Spezialisierung schaffen kann.

Zum Schluss noch die altbekannte Frage nach einem Satz, der Lorenz’s Erfahrung des Vertiefungsstudiums zusammenfasst:

Die Spezialisierung im öffentlichen Recht ermöglicht es mir, Vorlesungen in meinem bevorzugten Rechtsgebiet zu besuchen und gleichzeitig eine zweite Landesprache zu vertiefen.

Mit diesem Interview schliesse ich die Serie der Interviews über die Spezialisierungen an unseren zwei Partneruniversitäten Lausanne und Lugano. Nach der Ferien werde ich aus Bern berichten und euch die Möglichkeiten vorstellen, die sich an unserer „Heimatuniversität“ bieten.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Zielort 5 – IDHEAP Lausanne – Vertiefungsstudium Finance and Economics

Das dritte Vertiefungsstudium in Lausanne, Finance and Economics, wird wiederum am IDHEAP angeboten. Obwohl ich eigentlich geplant hatte, das Interview mit Laura Kerstjens in Lausanne zu führen, trafen wir uns unerwartet an der Uni S an einem kalten Novembernachmittag. Zuerst bestellten wir uns eine heisse Tasse Tee, um uns aufzuwärmen.

Das Interview startete mit der üblichen Frage über die Gründe zur Wahl von Lausanne.

Da ich in Bern arbeite, wollte ich mein Vertiefungsstudium nicht zu weit weg von Bern absolvieren. Und Lausanne ist natürlich eine wunderschöne Stadt.

Natürlich interessierte ich mich auch dafür, weshalb Laura sich für Finance and Economics entschieden hat.

Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, diese Vertiefung zu wählen, da ich mich nun mal eher für öffentliches Recht interessiere. Jedoch wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Zudem sind die meisten Fächer auf Englisch zu absolvieren, was mir im Bereich Ökonomie zu Gute kam. Ich bin nun froh, dass ich diese Vertiefung gewählt habe, da sie mir nebst der rechtlichen und politischen auch eine vertiefte ökonomische Perspektive ermöglicht. Zudem werden so meine statistischen Kenntnisse, die ich schon lange nicht mehr gebraucht habe, etwas aufgefrischt. 🙂

Zahlreiche Informationen über die Stadt Lausanne gab es schon in den zwei vorherigen Interviews. Lauras Bericht über die Art und Weise des Studiums in Lausanne bestätigt die Aussagen ihrer Kolleginnen:

  • Der Master PMP in Lausanne hat ein Gebäude für sich selbst. Man hat viel Platz und studiert in einem angenehmen Umfeld. Es werden auch Kollisionen mit anderen Studiengängen vermieden;
  • Die Klassen sind nicht sehr gross, pro Vorlesung sind es jeweils nur ca. 20 Studenten.
  • Die Vorlesungstage sind jeweils sehr intensiv. Es gibt Blockvorlesungen, die ganze Vor- oder Nachmittage dauern;
  • Die Kurse sind sehr arbeitsintensiv;
  • Meistens sind die Vorlesungen sehr interaktiv. In der Vertiefung Finance and Economics werden sie auf Englisch angeboten (nur eine obligatorische Vorlesung ist auf Französisch).

Nach den allgemeinen Informationen, wollte ich noch mehr Details über die Vertiefung und die Semesterstruktur erfahren.

Ich pendle jeweils zwei Tage in der Woche (Montag und Mittwoch) nach Lausanne, einen halben Tag nach Fribourg und zwei Vorlesungen besuche ich in Bern (eine findet im Frühlingssemester statt). In Lausanne absolviert Laura die 18 obligatorischen ECTS, in Fribourg und Bern handelt es sich um Wahlkurse, die auf Englisch angeboten werden. Die ist wichtig, da man ja insgesamt 30 ECTS in einer anderen Landessprache absolvieren muss.

Viele Studierende interessieren sich für die Art der Leistungsnachwiese. Daher fragte ich Laura wie die Evaluierung der Kurse erfolgt. Sie erklärte mir, dass es drei Arten gebe:

  • Kombination aus Verfassen einer Arbeit und Präsentation;
  • Kombination aus Präsentation und Prüfung;
  • Nur die Prüfung (z.T. mündlich).

Nun kamen wir zur Pendlerthematik. Hier einige Bemerkungen meiner Interviewpartnerin:

Es (das Pendeln) ist anstrengend, aber ich freue mich immer: Wir sind eine gute Gruppe, wir haben viel Spass, und wir sprechen viel, vor allem am Abend. Und wenn in einer Vorlesung Unklarheiten bestehen, können wir dies wunderbar im Zug besprechen. Ich habe den Eindruck, es sei eine Art „Stammtisch“.

Ein Bild vom Zug aus

Ein Bild vom Zug aus

Fast zuletzt, die Empfehlungen für zukünftige Studierende:

  1. Wenn es das Ziel ist, die Französischkenntnisse aufzufrischen, profitiert man mehr, wenn man in Lausanne wohnt;
  2. Man muss nicht unbedingt eine WG oder ein Zimmer mieten. Ein Kollege von uns, Roger Siegenthaler, wohnt drei Nächte die Woche in einem Hotel, mit welchem er spezielle Konditionen ausgehandelt.
  3. Bei Applied Econometrics, wenn man keine statistischen Grundkenntnisse hat, sollte man unbedingt die Übungen machen und die Bücher als Vorbereitung für die Vorlesung lesen. Dann kommt es super.
  4. Die Vorlesung, die ich in Fribourg am Dienstagmorgen besuche (Tax Competition and Fiscal Federalism) ist sehr zu empfehlen, da die Materie eher anspruchsvoll ist, das Thema in der Vorlesung sehr spannend gestaltet wird, und es sich um aktuelle nationale Probleme handelt.

Am Ende der Interviews bat ich Laura, ihre Erfahrung in dieser Vertiefung in einem Satz zu beschrieben: Intensiv / herausfordernd bezüglich Pendeln / Möglichkeit, auch die ökonomische Seite der Verwaltungswissenschaften vertieft kennenzulernen.

Eindrückliche Abendstimmung im Bahnhof Lausanne

Eindrückliche Abendstimmung im Bahnhof Lausanne

Das Interview mit Laura war zu Ende und auch unsere Teetassen sind jetzt leer. Aufgewärmt und zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander.

Nächste Woche werde ich noch ein letztes Mal vom Campus in Lausanne berichten, mit Fokus auf die Vertiefung Droit publique. Als Interviewpartner wird mir Lorenz Red and Antwort stehen. A la prochaine!

 

 

Zielort 4 “Universität Lausanne“ Vertiefungsstudium Analyse politique de la gouvernance publique

Wie ich letzte Woche versprochen habe, geht es heute um die Vertiefungsrichtung Analyse politique de la gouvernance publique. Um euch einen Überblick über das von der Universität Lausanne angebotene Programm zu geben habe ich Jasmin Aregger getroffen. Jasmin ist die einzige Kollegin aus dem Grundstudium in Bern, die diese Vertiefung gewählt hat. Das Interview habe ich während der Zugfahrt nach Lausanne geführt und Jasmin war gespannt auf meine Fragen.

Als erstes fragte ich sie nach den Gründen für ihre Ortswahl.

Ein Vertiefungsstudium im Tessin kam für mich nie in Frage, weil es einfach zu weit weg ist. Ich wohne in Fribourg mit meinem Freund und arbeite in Bern. Mein Lebensmittelpunkt ist hier. Da kann ich nicht einfach für ein halbes Jahr weg. Grundsätzlich finde ich es aber gut, dass das PMP Studium einen grossen Wert auf Austauscherfahrungen legt.

Als nun geklärt war, weshalb ihre Wahl auf Lausanne gefallen war, galt meine zweite Frage den Gründen für die Wahl des Vertiefungsstudiums Analyse politique de la gouvernance publique.

Es war „Liebe auf den zweiten Blick“. Nein im Ernst, ich habe das Ausschlussverfahren angewendet. Die Vertiefungen in Recht sowie Public Finance and Economics interessierten mich von Anfang an eher weniger. Dann wollte ich lange die Vertiefung Gestion et Evaluation machen (sie wurde letzte Woche an dieser Stelle präsentiert). Bei dieser Vertiefung störte mich jedoch, dass mir einige der Fächer doch sehr bekannt vorkamen noch vom ersten Jahr. Wiederholungen wollte ich aber so gut wie möglich vermeiden. Man hat ja nur 30 ECTS zur Verfügung!

In Analyse politique de la gouvernance publique hörten sich die Pflichtvorlesungen im Beschrieb sehr vielversprechend an. Jetzt kombiniere ich diese Vorlesungen mit Vorlesung aus Gestion et Evaluation, wo ich beinahe alle meine cours à option absolviere (12 Ects).

Bereits aus dem Interview von letzter Woche wurde ersichtlich, dass sich die Organisation und Art und Weise der Vorlesungen in Lausanne in einigem von Bern unterscheiden. Ich wollte von Jasmin wissen, ob dieser Unterscheid auch in ihrer Vertiefung bestehe.

In Analyse politique de la gouvernance publique sind die obligatorischen Kurse auf zwei Semester verteilt. Insgesamt sind drei Vorlesungen à sechs ECTS obligatorisch. Eine Veranstaltung im Herbstsemester, eine im Frühlingssemester und eine ganzjährige Vorlesung. Die Vorlesungen finden in verschiedenen Gebäuden der Uni Lausanne statt (Amphimax und Géopolis). Die MitstudentInnen sind hauptsächlich PolitikwissenschaftlerInnen. Ich war erstaunt, als ich erfuhr, dass neben mir nur zwei weitere Studentinnen vom Master PMP sich für diese Vertiefung entschieden hatten!

Ein grosser Unterschied zum ersten Jahr in Bern sind die vielen schriftlichen Arbeiten und Vorträge. In Bern bildeten diese die Ausnahme.

Die Gebäude sind eher modern. Hier das neue Géopolis

Die Gebäude sind eher modern. Hier das neue Géopolis

Wenn ich meine Vorlesungen an der Uni Lausanne mit jenen am IDHEAP vergleiche, ist wohl der grösste Unterschied, dass in Analyse politique de la gouvernance publique die 18 ECTS auf nur drei Vorlesungen verteilt sind. Man beschäftigt sich länger und vertiefter mit einem Thema. Forschung ist ein Schwerpunkt, zumindest in zwei der drei Fächer. (Das dritte hatte sie zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht begonnen). Man verbringt viel Zeit damit, sich in die Literatur einzulesen und in „Sociologie des élités“ muss man selbst eine Forschungsarbeit schreiben, die über den Rahmen der üblichen kleineren Seminararbeiten hinausgeht.

Es ging weiter mit Fragen über die Mittagspause. Jasmin isst gern in der Mensa von Géopolis, und sie sagte dazu, dass das Essen selten wirklich gut sei. Sie ging weiter mit anderen Bemerkungen: Immerhin hat man eine grosse Auswahl. In Bern gab es einfach ein Fleisch- und ein Vegi-Menu. Hier hat man jeden Tag die Auswahl zwischen 4-5 verschiedenen Menus. Und das Personal ist sehr freundlich.

Die Mensa von Géopolis

Die Mensa von Géopolis

Meine Interviewpartnerin hat am Anfang erwähnt, dass sie zwischen Fribourg und Lausanne pendelt. Sie ist nicht die einzige, die sich für diese Option entschieden hat (einige pendeln von Bern).

Ich bat Jasmin, über ihre Erfahrungen als Pendlerin zu berichten: Ich pendle aktuell zwei Mal in der Woche nach Lausanne. Ich habe mir mein Studienplan so zusammengestellt, dass ich an möglichst wenigen Tagen pendeln muss. Das Pendeln empfinde ich nicht als mühsam. Ich bin es mir mehr als gewohnt! Im Zug kann ich frühstücken, die Pflichtliteratur für die Uni lesen, schlafen oder mit anderen Pendlerkollegen ein Schwätzchen halten. Schade ist, dass man im Herbstsemester meistens nicht so viel vom wunderschönen Seepanorama sieht, weil es so spät erst hell wird und so früh schon wieder dunkel.

Die negative Seite vom Pendeln ist aber vielleicht, dass man nur beschränkt von Lausanne profitieren kann. Ich bat Jasmin, mir genauer zu erklären, was sie damit meine:

Nicht in Lausanne wohnen kann schon ein Hindernis sein. In fast jeder Veranstaltung sind Gruppenarbeiten ein Thema und ich kann dann halt nicht „schnell“ für ein Treffen nach Lausanne kommen. Auch profitiert man sicher nicht im gleichen Masse vom Uni-Wechseln. Ich kann weder das Sportangebot der Uni nutzen, noch spontan auf ein Feierabendbier mit meinen MitstudentInnen mitkommen. Der sprachliche und kulturelle Austausch beschränkt sich auf ein Minimum.

Hier noch ein Foto vom Zug aus – das Pendlerdasein

Hier noch ein Foto vom Zug aus – das Pendlerdasein

Wie üblich schliesse ich das Interview mit Empfehlungen für zukünftige Studierende. Jasmin richtet gerade selbst direkt an euch:

Wenn ihr die Freiheit habt, dann sucht euch besser eine Wohnung bei eurem Studienort. Profitiert von der Möglichkeit, fremde Städte und fremde Leute kennenzulernen.

Ich verabschiedete mich von Jasmin, um in meine Vorlesung zu gehen, die in einem anderen Gebäude statt fand als die ihrige. Nicht aber bevor ich mich herzlich bedankt hatte für ihre Verfügbarkeit.

Nächste Woche werde ich wieder auf dem Campus der Universität Lausanne sein. Allerdings wieder am IDHEAP, wo ich Laura treffen werde. Sie wird mir helfen einen Überblick über die Vertiefung Finance and Economics geben. Adieu!

 

 

Zielort 3 “IDHEAP Lausanne“ Vertiefungsstudium Gestion et Evaluation

Nach einer spannenden Zeit an der USI Lugano habe ich mich von der italienischen Schweiz in die Romandie verlagert. Heute berichte ich vom IDHEAP in Lausanne.

Im Vergleich zu meinen vorherigen Reisen, ist die Zeit im Zug von Bern nach Lausanne ziemlich kurz: Nur ein bisschen mehr als eine Stunde. Dafür muss man von Bahnhof in Lausanne noch zwanzig Minuten mit der Metro m2 fahren, um den Universitätscampus zu erreichen.

In Lausanne sind vier Fachgebiete angeboten:

  • Gestion et Evaluation (IDHEAP);
  • Analyse politique de la gouvernance publique (Uni Lausanne);
  • Public Finance and Economics (IDHEAP);
  • Droit public (Uni Lausanne).

Um euch einen Überblick über die Vertiefung Gestion et Evaluation und relevante Informationen über das IDHEAP zu geben, traf ich anfangs November 2013 Maria. Ihre Präzision und Sorgfalt haben sich auch während des Interviews gezeigt, wie ihr hier lesen könnt.

Das IDHEAP befindet sich auf dem Campus der Universität Lausanne, im Quartier Mouline

Das IDHEAP befindet sich auf dem Campus der Universität Lausanne, im Quartier Mouline

Maria erklärte mir, dass sie Lausanne und die Vertiefung Gestion et Evaluation gewählt hat, weil es die einzige Vertiefungsrichtung ist, die ihre Erwartungen erfüllen kann:

  • in Lausanne kann ich meine Französischkenntnisse verbessern;
  • in Lausanne bleibe ich immerhin in der Nähe von Bern und Zürich, wo mein Umfeld (Familie/Freunde) ist;
  • vor einigen Monaten wusste ich noch nicht genau ob und wo ich ein Praktikum beginnen will. Von Lausanne aus ist man immer noch schnell in Bern, Neuchâtel oder Genf;
  • Gestion et Evaluation ist eine Vertiefung, in welcher alle Vorlesungen auf Französisch sind;
  • Das Themengebiet ist zwar spannend, aber es hat viele Wiederholungen und Wiederaufnahmen von Themen, die wir im ersten Jahr in Bern hatten. Ebenfalls hätten mich andere Themenrichtungen mehr interessiert, zum Beispiel das Fachgebiet Management in Bern, jedoch hätte ich dabei meine Sprachkenntnisse nicht gleich intensiv vertiefen können. Somit war Lausanne mit der Vertiefung Gestion et Evaluation die effizienteste Lösung von allen Möglichkeiten (bezogen auf Punkte wie: Administration, Problematik mit Sprach-und Mobilitätpunkten, Kennenlernen einer neuen Stadt und Vertiefung des Französisch, etc.). Des Weiteren kann ich in Lausanne alle Vorlesungen in einem einzigen Semester absolvieren.

Als ich sie fragte, ob sie mir ein paar Eigenschaften vom IDHEAP beschreiben könnte, welche sich von der Uni Bern differenzieren lassen, konnte ich sie kaum mehr stoppen. In der folgenden Aufzählung zitiere ich einige Elementen, die meines Erachtens am relevantesten sind:

  • Alle Vorlesungen finden an einem Ort (IDHEAP) statt, es ist familiärer und es gibt einen lockeren Umgang miteinander;
  • Die Vorlesungen sind en bloc, d.h. man hat an ca. zwei-drei Tagen Vorlesungen und zwei Tage „frei“ pro Woche;
  • Am IDHEAP sind die Vorlesungen weniger als Frontalunterricht abgehalten. Man bevorzugt das Mitmachen und die Diskussionen. Weiter wird viel mehr Platz für die Anwendung der Theorie gelassen;
  • Die Klassen sind kleiner, d.h. man kann mehr profitieren;
  • Das Sportangebot der Uni ist sehr gut und die Sportanlagen sind alle am gleichen Ort. Falls man aber „la musculation“ machen will, muss man einen Einführungskurs mit sehr vielen anderen Studierenden besuchen und danach in der Villa du Sport eine Bestätigung holen (Wartezeit zum Teil ca. 1h).

Es ging weiter mit allgemeinen Fragen über:

– die Mensa:

Das Essen in den Mensen ist etwas teurerer als in Bern. Aber man kriegt dafür mehr: Salat und Dessert sind inklusiv beim Tagesmenü. Die Qualität des Essens hängt vom Ort ab. In der Mensa im Géopolis und in der „Banane“ isst man gut, im Anthropole und im Internef isst man weniger gut. Dafür hat das IDHEAP eine vollständig ausgerüstete Küche, welche auch von den Studierenden benutzt werden kann. Ein selbstgekochtes Essen kann bequem in einer der 4 Mikrowellen aufgewärmt werden.
Für alle Kaffeeliebhaber: das IDHEAP hat nur Automatenkaffee, aber 100m auf der anderen Strassenseite im Géopolis, hat es eine gute Kaffeebar.

– der Umgang mit den Kommilitonen und Kommilitoninnen aus Bern:

Sie sagte, dass der Umgang mit den wenigen MitstudentInnen die hier sind, sei sehr gut, weil man sich schon kennt, und etwas das gleiche Schicksal teilt.

Einige Studierenden zeigen ihre Froheit und Engagement für das IDHEAP

Einige Studierenden zeigen ihre Frohheit und Engagement für das IDHEAP

Sie ist die einzige ihres Jahres von Bern, die jetzt in Lausanne wohnt, also stellte ich ihr einige Fragen über ihre Unterkunft:

Sie erzählte mir, dass sie schon seit dem Frühling 2013 regelmässig die Facebook Seite „PMP Room Market“ (https://www.facebook.com/groups/274660235963797/) gecheckt hat. Im Mai kam eine Annonce von einer Studentin aus Lausanne, die die Vertiefung in Bern machen wollte. Sie suchte jemanden von Bern, die die Vertiefung in Lausanne absolvieren wollte, um das Zimmer zu tauschen. Maria hat auf diese Annonce geantwortet und das Zimmer bekommen (Es lohnt sich genug früh mit der Suche zu beginnen). Sie haben einen sechs monatigen Untervermietervertrag gemacht. Alles hat gut funktioniert, auch weil die zwei Zimmer, bzw. die Wohnungen, von den Bedingungen her sehr ähnlich sind.

– die Stadt:

  • der öffentliche Verkehr (Metro, Bus) hat oft Probleme;
  • man merkt den französischen Einfluss in der Kultur: Lausanne ist kulturmässig sehr vielfältig, es gibt viele Ausstellungen, Konzerte, Veranstaltungen und so weiter;
  • man merkt den Röstigraben; aber in einem positiven Sinn :);
  • es gibt landschaftsmässig alles: See (mit Strand!!), Stadt und Hügel/Berge. Ein Foto von der wunderschönen Natur habe ich von ihr erhalten, und es ist hier für die Freude eurer Augen.
Die Schönheit der Umgebung von Lausanne, aufgenommen während einem der vielen Spaziergänge von Maria

Die Schönheit der Umgebung von Lausanne, aufgenommen während einem der vielen Spaziergänge von Maria

Empfehlungen für zukünftige Studierende?

1. Sie sollen sich gut überlegen, ob sie in Lausanne wohnen wollen oder nicht. Wenn man wirklich die Sprache lernen will, soll man in Lausanne wohnen, am besten in einer WG mit einem/einer französischsprachigen/r MitbewohnerInnen. Man soll sich aber bewusst sein, dass der Freundeskreis nicht mehr so nahe ist.

2. Betreffend der Vertiefungsrichtung: Je mehr man rein gibt, desto mehr profitiert man. Es lohnt sich also schon, es sich gut zu überlegen, wo/was man machen will, auch in Bezug auf die Masterarbeit.

Ich verlasse meine Interviewpartnerin mit einem grossen Danke und mit der Bitte, mir einen Satz zukommen zu lassen, welcher ihre Erfahrung in Lausanne zusammenfassen kännte. Kurz danach bekomme ich ihre E-Mail mit dem folgenden Satz:

Die Überquerung des Röstigrabens ist weniger eine steile Eigernordwand, sondern eher vergleichbar mit der interessanten Hügellandschaft von Lavaux, die einen Blick über den Tellerrand hinaus erlaubt.

Einfach schön. Jeder Kommentar ist überflüssig.

Für weitere Informationen betreffend die Kurse lasse ich euch das folgende Link zukommen: http://www.swipan.ch/swipan.nsf/ca3d88bb1b23d630c12569a7004efd64/ea5ac3cde897c4aec12576ce005624ff?OpenDocument&lng=fr.

Bis nächste Woche: wo ich mir die Vertiefungsrichtung Analyse politique de la gouvernance publique anschauen werde!

Zielort 2 “USI Lugano“ Vertiefungsstudium Management and Public Economics

Text: Eolo Ulrich

Fliegender Reporter zu sein ist spannend und es macht Spass! Nach der Entdeckung des Kommunikationsfachgebietes war ich wieder in Lugano, dieses Mal um mir einen Überblick über die Vertiefung Management and Public Economics zu verschaffen und weitere Hinweise über die USI zu sammeln.

Das Hauptgebäude der USI

Das Hauptgebäude der USI

Meine Interviewpartnerin war Liliane Ackle, eine gewissenhafte Studentin aus der deutschen Schweiz, die ihren Bachelor in Genf abgeschlossen hat, das erste Jahr des PMP Masters in Bern absolviert hat und nun die Entscheidung getroffen hat, das Vertiefungsstudium in einer weiteren linguistischen Region der Schweiz zu machen. Neben dem Studium ist sie aktiv in der Fachschaft tätig, wo sie einen tollen Job macht.

Ich traf Lili in einem Vorlesungsraum des roten Gebäudes, welches sich hinter dem Hauptgebäude befindet. Wie man auf dem Bild sehen kann, sind die Räume geräumig und hell.

Der Vorlesungsräum, wo ich Lili traf

Der Vorlesungsraum, wo ich Lili traf

Meine erste Frage war, weshalb Lili sich für das Vertiefungsstudium an der USI entschieden hat.

Lili hat grossen Wert darauf gelegt, in einer Region zu studieren, wo Italienisch geredet wird. Dank ihres Bachelorstudiums in Genf kennt sie schon die welsche Kultur und wollte daher eine andere Region der Schweiz kennen lernen.

Ich ging weiter mit Fragen über ihre Erfahrungen während des Studiums an der USI und ich bat sie, einen Vergleich mit Bern zu machen.

Sie erklärte, dass:

  • die Kurse in Lugano auf vier Tage verteilt seien, die Woche also etwas kompakter sei;
  • es Fächer in Lugano gäbe, die jeweils nur ein halbes Semester dauern. Sie findet, dass dank dieser Blockstrukturen die Themen besser vertieft werden können;
  • das Fachgebiet Management ganz auf Englisch sei und die Kurse grundsätzlich spannend seien. Es gäbe aber viele Parallelen zu den Vorlesungen im Grundstudium in Bern;
  • das Niveau für gewisse Vorlesungen deutlich tiefer sei;
  • sie in der Arbeitsweise von gewissen Studierenden einen Unterschied sehe im Vergleich zu Deutschschweizer Studenten. Zum Teil werde der Stereotyp bestätigt, dass die Deutschschweizer etwas pingelig seien und eine sehr genaue und gewissenhafte Arbeitsweise hätten.

Wie ich es mit Fabio gemacht hatte, habe ich auch an meine Interviewpartnerin Fragen betreffend des Studienorts gestellt.

Wie ist die Stadt?

Die Stadt ist klein und sympathisch. Anfang Semester muss man unbedingt vom guten Wetter und der warmen Sonne profitieren. Der See und das Lido sind fabelhaft und die Ausflugsmöglichkeiten in die nahe Umgebung aber auch nach Italien sind super!

Abendstimmung am Lago di Lugano (Ceresio)

Abendstimmung am Lago di Lugano (Ceresio)

Wie ist die Uni?

Die Uni, wie die Stadt, ist klein und sympathisch. Es gibt viele Events und Möglichkeiten, wie zum Beispiel Konferenzen und Sprachkurse.

Wie ist der Umgang mit den anderen Kommilitonen und Kommilitoninnen?

Viele Studierende kennt man bereits aus Bern. Das ist natürlich praktisch, weil man nie alleine ist. Aber das kann auch ein Hindernis sein, weil man so weniger Studierende der USI kennenlernt.

Unterkunft?

Ich habe früh mit der Wohnungssuche begonnen. Die Anzeige für meine jetzige Wohnung habe ich auf der Homepage der Universität (www.alloggi.usi.ch) gefunden.

Lili wohnt in einer modern eingerichteten 3er WG, 5 Minuten von der Uni entfernt.

Empfehlungen für zukünftige Studierende?

1. Sie sollen möglichst viele Blockseminare wählen. Diese sind sehr gut und kompakt aufgebaut, in wenigen Tagen wird einem viel Wissen vermittelt. Sie werden häufig von ausländischen Professoren geführt, die einzig für diese Veranstaltungen an die USI kommen und meistens absolute Koryphäen auf den jeweiligen Gebieten sind.

2. Sie sollen von den Sprachkursen Gebrauch machen, die von der USI angeboten werden. Zwei Wochen vor dem Semesterbeginn bietet die USI jeweils Intensiv-Italienisch-Kurse an – eine gute Möglichkeit, sich bereits vor Studiumsbeginn mit der Uni und der Stadt vertraut zu machen. Während des Studiums besteht die Möglichkeit, Abendsprachekurse zu besuchen.

Ganz am Schluss wollte ich wissen, was sie am meisten schätzt an ihrer USI-Experience:

Lili schätzt das Sprachangebot der USI und sie mag die Umgebung: über Mittag oder am Abend geht sie oft an den See oder nimmt an spannenden Veranstaltungen teil.

Ich verlasse meine Interviewpartnerin mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich poste hier ein exklusives Foto.

Kaffee Pause auf der Terrasse der USI

Kaffee Pause auf der Terrasse der USI

Für weitere Informationen bezüglich der Vorlesungen des Vertiefungsstudiums Management and Public Economics empfehle ich folgenden Link: http://www.pmp.usi.ch/en/economia-e-management-pubblico.htm.

Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und ich gebe bereits jetzt bekannt, dass mein nächster Beitrag aus Lausanne sein wird, wo ich Maria treffen werde. Ich freue mich und hoffe, ihr freut euch auch. Ciao!

 

Zielort 1 “USI Lugano“ Vertiefungsstudium Public Communication

Text: Eolo Ulrich

Meine Reise als Fliegender Reporter führt mich als erstes nach Lugano, an die Universität der italienischen Schweiz.

Als erstes nehme ich das Vertiefungsstudium mit Spezialisierung Kommunikation unter die Lupe. Um Erklärungen aus erster Hand zu erhalten, habe ich Ende Oktober 2013 Fabio Vonarburg getroffen. Fabio ist ein fleissiger und tüchtiger Student aus dem Kanton Luzern. Nach dem ersten PMP Jahr in Bern hat er sich für die USI entschieden.

Die USI befindet sich in Lugano, zwei Schritte dem See entfernt

Die USI befindet sich in Lugano, zwei Schritte dem See entfernt

Ich traf ihn in der Mensa der Universität. Es handelt sich um einen hellen Raum für Studierende und Professoren, es herrscht eine freundliche Stimmung, über Mittag treffen sich alle, um feine Gerichte zu essen, oder sich bei einem guten Kaffee mit einem frischen cornetto zu unterhalten.

Die erste Frage thematisiert die USI-Experience. Fabio, mit einem strahlenden Blick, sagt mir, dass er sich wohl fühlt. Seine Meinung über die Universität ist entschlossen: Die Uni ist klein aber fein!

Ich ging weiter mit Fragen über die Gründe, die für die Entscheidung des Orts und des Fachgebiets gesprochen haben und ich bat Fabio, mit einen Überblick des Studienplanes zu geben und einen Vergleich mit Bern vorzunehmen.

Mein Interviewpartner hat sich wegen zwei Gründen für Lugano entschieden:

1. Die Spezialisation: Seit langem interessiert er sich für den Bereich Kommunikation. Dieses Fachgebiet war daher die ideale Option für ihn, auch für eine zu erhoffende berufliche Tätigkeit, zum Beispiel im Feld des Journalismus.

2. Die Sprachemöglichkeit: Fabio wollte seine Englischen Sprachkenntnisse vertiefen. Da die Kurse in Lugano vorwiegend auf Englisch sind war das Angebot von Lugano selbstverständlich ideal. Die Vertiefung Kommunikation bietet aber auch zwei Vorlesungen auf Französisch. Dies war am Anfang für Fabio ein bisschen eine besondere Herausforderung, aber aus seiner Erfahrung, so sagte er mir, seien auch diese mit etwas zusätzlichem Zeitaufwand machbar.

Über den Vergleich mit Bern, sagte er, dass:

  • Lugano intensiver betreffend die Stunden pro Woche sei;
  • Lugano weniger intensiv bezüglich des Stoffes sei;
  • Lugano ein etwas gemächlicheres Tempo kenne;
  • Lugano viel kleiner sei: z. T. nur 12 bis 20 Studierende pro Kurs;
  • Der Unterricht in Lugano viel interaktiver sei: In den Vorlesungen werden viele Diskussionen organisiert.

Danach sprach ich mit meinem Interviewpartner über seinen Studienort:

Wie ist die Stadt?

Im Tessin gibt es schönere Städte. Am See ist es aber herrlich, besonders am Abend oder zum Mittag bei schönem Wetter.

Wie ist die Uni?

Sie ist sehr familiär, verfügt über moderne Vorlesungsräume, und (lacht) „ein bisschen holländisch.“ (Die Wände und verschiedene andere Strukturen sind orange.)

Wie ist die Mensa?

Wahnsinnig bombastisch!

Wie ist der Umgang mit den anderen Kommilitonen?

Man kennt schon diejenigen aus Bern und man lernt diejenigen aus Lausanne kennen. Die Stimmung unter den Studierenden ist unglaublich gut. Es macht Spass zu diskutieren und in den Vorlesungen zusammenarbeiten.

Unterkunft?

Ich habe unheimlich viel Zeit gebraucht, um eine Wohnung zu finden (lacht) „Nein, ich hatte Glück: Innerhalb von 48 Stunden, aber ich begann früh mit der Suche.“ Fabio wohnt in einer 3er WG, 3 Minuten entfernt von der Uni. Er fand den Kontakt auf www.wg-zimmer.ch.

Empfehlungen für zukünftige Studierende?

1. Sie sollen sich nicht abschrecken lassen von den Vorlesungen auf Französisch in der Vertiefung Kommunikation.

2. Betreffend die Wahlkurse: Sie sollen sich nicht nur auf das Angebot des Masters PMP konzentrieren. Es gibt andere Master an der USI (zum Beispiel Corporate Communication), die interessante Kurse anbieten und manchmal handelt es sich um Blockveranstaltungen, die nur einige Wochen dauern.

Ich verlasse mein Interviewpartner nach einer gemütlichen Zeit, natürlich aber nicht ohne ein Erinnerungsfoto:

Fabio und ich in der Mensa der USI

Für weitere Informationen bezüglich der Vorlesungen des Vertiefungsstudiums Public Communication, lasse ich euch den folgenden Link zukommen: http://www.pmp.usi.ch/en/comunicazione-pubblica.htm.

Ich hoffe, dass die erste Etappe der Reise mit den wertvollen Tipps von Fabio euch einen Ãœberblick über das Fachgebiet Kommunikation an der USI gegeben hat.

Die Reise geht nächste Woche weiter. Zielort wird wiederum Lugano sein, aber das Vertiefungsstudium wird Management and Public Economics sein. Bis dann!